So mancher Single ahnt gar nicht, dass er schon seit Jahren nicht wirklich alleine lebt. Seine kleinen Mitbewohner sind wenig niedliche Milben, die sich sehr gern in Betten, Polstermöbeln und Teppichböden einnisten. Ihre Existenz wird meist erst bemerkt, wenn die menschlichen Mitbewohner eine Allergie entwickeln.
Im Hausstaub, der in so ziemlich jedem Haushalt zu finden ist gibt es übrigens noch viel mehr Kreuchendes und Fleuchendes. In der grauen Masse aus Pollen, Schimmelsporen, Hautpartikeln und Nahrungsresten fühlen sich auch Schaben, Silberfische und Staubläuse ausgesprochen wohl. Während die aber noch mit dem bloßen Auge zu erkennen sind, ist die Milbe tückischerweise fast unsichtbar, auch wenn Armeen von den Spinnentieren in Polstern & Co. sitzen. So können sich in Tepppichböden zwischen 60.000 und 80.000 Milben pro Quadratmeter tummeln.
Die ausgewachsenen Tierchen sind höchstens 1 mm groß und bewegen sich auf acht Beinen durch die Staublandschaften. Die Spinnentiere sind übrigens äußerst international. Vor nicht allzu langer Zeit wunderten sich Mediziner und Biologen noch, warum Hausstauballergiker auf viele Arten von Hausstaub reagieren, auch wenn dieser aus Übersee kam. Da unter den Forschern bekannt war, dass die Allergie immer speziell gegen einen bestimmten Stoff gerichtet ist, musste es einen universellen Bestandteil geben. Und, siehe da, es war die Hausstaubmilbe. Die allergische Reaktion findet jedoch nicht auf die Milbe selbst statt, sondern auf bestimmte Eiweiße, die sich in den Ausscheidungen der Tiere befinden.
Ernähren tun sich die Insekten von menschlichen Hautschuppen. Besonders wohl fühlen sich die Kleinen in dunklen Gebieten, die Tiere sind nämlich lichtscheu. Auch möglichst feucht darf es sein, an Orten mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent siedeln sich die Milben besonders gerne an. Nahezu 10 Prozent aller Allergiker in Mitteleuropa reagieren auf die Hausstaubmilben und zwar mit Asthma, Heufieber, Hauterkrankungen, Schnupfen oder Bindehautentzündung. Für die Betroffenen, die unter mehreren der Symptome leiden, wird das Leben dadurch zur Qual.
Wie wird man die lästigen Viecher also wieder los? Sich ihrer ganz zu entledigen, ist schwierig, man kann aber doch versuchen, ihnen wenigstens nicht die idealen Lebensbedingungen zu bieten. Überall, wo die Insekten sich besonders gerne aufhalten, sollte man regelmäßig und gründlich reinigen. Also die Bettwäsche häufig wechseln, die Matratze nicht zu lange nutzen, die Polster reinigen und den Teppichboden saugen. Letzterer weist im Gegensatz zu glatten Böden wie Laminat, Parkett oder Kork einen wesentlich höheren Milbenbefall auf. Und zwar ist der umso größer, desto höher der Flor ist.
Wird viel barfuß auf Teppichen und Badvorlegern gelaufen, finden die Spinnentiere übrigens besonders viel Nahrung. Also sind Hausschuhe durchaus anzuraten. Besonders effektiv ist auch, eine Malerfolie um die Matratze zu wickeln, die wirkt wie eine Schutzwand zwischen Mensch und Milbenkot. Darauf sollte man dann ruhig mehrere Laken legen. Eine dauerhaftere, aber auch teurere Lösung sind milbenkotdichte Matratzenbezüge. Polster und Teppichboden sollten mit den Staubsauger richtig bearbeitet werden. Hilfreich sind dabei Geräte mit Turbobürsten. Solche rotierenden Bürstenköpfe dringen tief in den Flor ein und erfassen auch Milben, die sich richtig tief in den Teppich eingekuschelt haben. Solche regelmäßigen Maßnahmen stören die Insekten ganz erheblich, und der menschliche Bewohner kann endlich wieder mal durchatmen.
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vor 3 Jahre 33 Wochen